Braten damals und heute

Bei uns daheim durfte früher nur der Vater braten. Wenn mittags die Mutter für uns Kinder das Essen gemacht hat, gab es deswegen nie etwas Gebratenes. Z.B. Maultaschen gab es nur als Suppe. Manchmal hat sich der Vater, wenn er am Abend aus der Arbeit heimgekommen ist und noch welche übrig waren, die übrigen angebraten. Aber davon haben wir Kinder nichts abbekommen. Bei uns lief es nach dem Fahrplan: „Für Kinder ist am besten, was die Mutter kocht.“ Da ist, denke ich, auch immer noch viel Wahres dran. Ich habe zu dem Thema auch ein Buch gelesen. Es heißt „Zur Nahrungsökonomie der Kernfamilie“ und geschrieben hat es Dr. Karl-Heinz Finger. Super spannend und super interessant! Das Werk stammt aus den Neunzigern, und vieles, was ich damals selbst erfahren habe, wird darin wissenschaftlich beleuchtet. Ein Kapitel widmet sich beispielsweise der „Bratinkompetenz der Restfamilie“. Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, auch wenn manches darin vielleicht nicht mehr ganz aktuell ist. Heutzutage braten vielen junge Singlefrauen für sich selbst, um dann nach der Eheschließung für ihren Mann und ihre Kinder einfach weiterzubraten. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein. Obwohl ich eigentlich viel halte vom sogenannten Bratmonopol des Familienoberhaupts (der Bergriff ist von Dr. Finger). Grundsätzlich bin ich aber für die Gleichstellung der beiden Geschlechter. Und natürlich ebenso für die Gleichstellung dritter und jenseitiger Geschlechter.

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