Im Aufzug

Ich fahre täglich mit dem Aufzug und natürlich trifft man dabei oft Leute aus dem Haus. Obwohl ich nun schon recht lange mit dem Aufzug fahre, ist es für mich immer noch unbehaglich, wenn man darin so schweigend zusammensteht. Das geht wahrscheinlich nie weg und wahrscheinlich geht es allen so. Es spricht zwar nie jemand darüber, aber in Blogs liest man öfters davon.
Ich war heute Mittag wieder nicht ganz allein im Aufzug. Im siebten Stock bin ich alleine eingestiegen und habe mich schon über den schlechten Geruch gewundert, dann ist im sechsten Stock der Naziopa mit seinen Minihündchen zugestiegen. Der Naziopa ist klein und dick und trägt immer einen grauen Hut und so Dreiviertelhosen. Auch im Winter, da trägt er dann aber lange Strümpfe dazu. Das Hündchen sieht aus wie die Hündchen, die die hübschen Mädchen früher immer in ihren Handtaschen getragen haben. Ich weiß sogar wie es heißt, Franzi nämlich. Franzi hechelt immer ganz wild, als wäre er kurz vom Ersticken. Der Naziopa hat im Aufzug sofort zu schnüffeln angefangen. Kurz hat er nichts gesagt, dann aber meinte er: „Das riecht so, da haben sie wahrscheinlich wieder einen rausgetragen.“ Dann habe ich erst verstanden, dass jemand im Haus gestorben sein muss. Krass, wie sich der Leichengeruch festsetzt. Bestimmt sind seit dem Tod schon ein paar Tage vergangen. Hier in so einem großen Haus kümmert man sich halt nicht so viel umeinander.

Zum Champignonreis

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