Öffentlichkeitsarbeit

Zugegeben: Ich saufe gleich nach dem Aufstehen Bier, aber ich bin auch bald blind. Normalerweise wenn jemanden in der Öffentlichkeit so etwas Schlimmes passiert wie mir, wird er sofort berühmt. Der Typ aus der „Wetten dass..?“-Sendung zum Beispiel, der kotzt mich inzwischen richtig an. Der hat das überhaupt nicht verdient, der wollte bloß irgendwo drüber springen, ich weiß gar nicht mehr, wo eigentlich, und was ist das bitte für eine Leistung? Aber ich gönne es ihm, weil ob einer mehr oder weniger berühmt ist, was macht das schon. Kann gut sein, dass wir uns demnächst kennenlernen, darum will ich jetzt nicht zu viel Schlechtes schreiben. Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihn fragen soll, ob er nicht was über meinen Blog sagen will. Aber dann bekommt er die Mail nicht und ich warte ewig und darauf habe ich auch keinen Bock. Wahrscheinlich kennt er eh nicht alle Beiträge. Ich weiß, wie so Typen sind, die meinen, dass es schon reicht, wenn man sich für andere so ein bisschen interessiert. Zuerst kommen immer sie selber. Ich kenne solche Leute. Ich bin nicht so. Wenn mich jemand interessiert, interessiert mich alles von dem, und dann will ich auch alles ganz genau wissen, und dann lese ich auch alles, was der irgendwo schreibt, egal ob bei Facebook oder auf seinem Blog oder in einem Buch. Ich lese auch alle Interviews. Und ich finde es auch gut, wenn von solchen Leuten später die Briefe und Tagebücher überall veröffentlicht werden. Wenn es von „Kochen mit Peter“ ein Buch gäbe, würde ich da die PNs mit reinmachen. Dann hat man gleich alles auf einen Blick. Heute ist das auch nicht mehr so leicht, wenn einer stirbt und niemand die Zugangsdaten hat. Früher stand alles auf Zetteln, da konnte man das dann direkt so an die Presse weitergeben. Das geht heute nicht mehr. Einerseits herrscht krass die Überwachung, anderseits bekommt man von niemanden mehr was mit, wenn er erst mal tot ist. Früher ging es dann erst richtig los, da ist dann alles mögliche Zeug, das man noch nicht wusste, öffentlich gemacht worden. Heute wenn jemand tot ist, interessiert sich niemand mehr für ihn. Wenn ich blind bin und besoffen irgendwo runterfalle und dabei vielleicht umkomme, muss ich auf jeden Fall zu diesem Zeitpunkt schon berühmt sein. Vielleicht wäre es gut, wenn es „Kochen mit Peter“ als Buch gäbe. Vielleicht wäre das nötig. Bücher werden oft Bestseller und dann ist man wirklich berühmt.

Ein Gedanke zu “Öffentlichkeitsarbeit

  1. Das hast du eigentlich recht, also wenn ich so an Kurt Coban beispielsweise denke – oder alle anderen in diesen Klub der frühen Dahingeschiedenen. Jedenfalls würde ich dein Buch kaufen und lesen und empfehlen.

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