Die Zukunft

Wenn ich das Angebot bekäme, bis hundert Jahre in der Zukunft eingefroren zu werden, würde ich das sofort annehmen. Echt jetzt. Angeblich ist es ja so schwer, sich dann an den plötzlichen Fortschritt zu gewöhnen. Aber für mich wäre das kein Problem. Für die meisten wäre es das nicht. Stellt Euch doch mal vor, Ihr hättet vor hundert Jahren gelebt, also 1916 und dann würdet Ihr von da aus hundert Jahre in die Zukunft reisen, nach 2016. Was hat sich schon groß verändert? Eigentlich nur das mit den Smartphones, und das ist gar nicht so schwer zu lernen. Ich schätze, ich bräuchte einen Tag dafür. Die meisten bräuchten wahrscheinlich bloß einen Tag. Also, what’s the problem? In hundert Jahren gibt es vermutlich keinen grünen Star mehr, oder man kann ihn sich mit dem Laser in ein paar Sekunden wegmachen lassen. In der Zukunft wird jedenfalls alles nur besser. Die bisherige Menschheitsgeschichte ist dafür der Beweis. Es ist zwar immer noch ziemlich scheiße, aber besser war es trotzdem noch nie. Es wäre zwar möglich, dass es einen Rückschlag gibt, zum Beispiel, wenn Terroristen in den Besitz von Atombomben gelangen und die zünden und deswegen alles in die Luft geht, aber das muss nicht sein, dass das passiert. Das könnte außerdem sogar dem Präsidenten passieren, in einer Kurzschlusshandlung oder so. Das müssen gar nicht unbedingt Terroristen sein. Es könnte halt passieren. Das ist alles.

Ich denke, ich habe das mit der Zukunft jetzt alles gut erklärt, und das ist der Punkt, an dem ich mir schon oft gedacht habe, dass das ja wohl nicht sein kann, dass man für das Schreiben von einem Blog von niemanden Geld bekommt. Wie dumm war ich? Übelst dumm. Man bekommt nämlich für alles Geld, für das Schreiben von einem Blog wahrscheinlich gar nicht mal wenig. Man muss sich nur bei so bestimmten Vereinen anmelden. Ich weiß das selber erst seit gestern. Wer es also nicht wusste, braucht sich nicht zu schämen. Da gibt es einen Verein, der hat einen richtig dämlichen Namen, die nennen sich „Interessengemeinschaft Wort“, und da kann man sich anmelden, mit Bankverbindung und allem, und dann schicken die einem die Knete. Die verlangen auch keinen Mitgliedsbeitrag, den würde ich nämlich auch nicht bezahlen. Das sind wahrscheinlich einfach krass die Spinner, die irgendwoher richtig viel Geld haben, und weil denen jedes einzelne geschriebene Wort so unendlich wichtig ist, geben die halt allen, die sich bei ihnen anmelden und irgendwas schreiben, ein bisschen was davon ab. Oder auch richtig viel, ich weiß es noch nicht, ich habe mich da ja erst gestern angemeldet. Denen ist es auch scheißegal, was man schreibt. Hauptsache Wörter und am besten natürlich viele. Da lohnt es sich dann natürlich, Sachen ausführlich zu erklären auf seinem Blog.
Für die Bilder von den Rezepten gibt es das gleiche, ohne Witz. Die nennen sich „Verwaltungsgemeinschaft Bild-Kunst“, echt kein Scherz. Vielleicht sind das die gleichen. Ist im Prinzip auch egal. Hauptsache die lassen die Kohle rüberwachsen, diese Affen.

Was könnte ich noch schreiben? Meine Frau sperrt sich in letzter Zeit immer ein. Völlig sinnlos. Aber dann höre ich im Schloss von ihrem Zimmer den Schlüssel und weiß: Jetzt hat sie sich wieder eingesperrt. Keine Ahnung, was das soll. Ich gehe ja eh nicht mehr rüber. Und von Scheidung spricht sie auch fast immer, wenn wir uns über den Weg laufen. Das geht jetzt schon länger so. Eigentlich schon kurz nachdem sie erfahren hat, dass ich blind werde. Da hat sie damit angefangen. Voll gemein. Ich weiß nicht, ob sie es ernst meint, aber so leicht geht das eh nicht, da muss muss man erst mal ein Jahr getrennt wohnen, da reicht es nicht, sich im Zimmer einzusperren. Und wenn ich dann bald behindert bin, bekomme ich bestimmt eh noch Sonderrechte. Kann gut sein, dass sie dann sogar für mich bezahlen muss, wenn sie sich von mir scheiden lässt. Da komme ich dann alles in allem auf ein ganz gutes Auskommen, wenn ich meine Einkommensquellen zusammenrechne. Also, die Kohle vom Jobcenter eh, die Kohle von meiner geschiedenen Frau und dann noch die Kohle von den Vereinen. Wenn ich nichts mehr sehe, kann ich schließlich trotzdem noch irgendwelche Wörter schreiben oder diktieren. Das müssen auch nicht mal richtige Sätze sein, da reichen schon irgendwelche aneinandergereihten Wörter. Das stimmt wirklich. Wer es nicht glaubt, kann es ja ausprobieren. Und Fotos kann man auch blind hochladen.

3 Gedanken zu “Die Zukunft

  1. Ich bin auch bei der VG-Wort, und es stimmt so ungefähr was du schreibst. Der Text muss halt eine gewisse Länge und Anzahl an Klicks haben. Reich wird man dadurch aber nicht. ^^
    Du könntes Vlogger werden. Du musst dir nur eine Sonnenbrille kaufen, kommt „cooler“ rüber. 😉 Und diktieren geht wirklich. Ich mache das selbst auf meinen B-Blog so. Und Sonder-PC gibt’s auch. Ich kenne auch Blogs von Blinden, das geht. Also Kopf hoch.

    PS: Ich hoffe darauf, dass deine Frau einfach nicht mit der Situation klar kommt, aber dafür hab ich zu wenig Einblick.

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  2. Lieber Peter,

    dass man sich, nach 100 Jahren „frostiger Auszeit“, mir nichts, dir nichts, wieder zurecht finden würde, daran glaube ich persönlich nicht! Das beste Beispiel dafür ist, dass unsere Oma (Jahrgang 1901) , die 99 Jahre alt wurde und fast bis zum Schluss geistig rege und fit war, schon zu Lebzeiten mit den Veränderungen der „modernen“ Gesellschaft große Probleme hatte, sich nicht anfreunden konnte mit Computer, Smartphone & Co. und sich in dieser Welt auch nicht mehr zurecht fand.

    Ich selbst merke schon, wie ich mit zunehmenden Alter, immer mehr an dieser Gesellschaft zu knacken habe. Von jetzt auf gleich -einhundert Jahre!- weiter, das wäre für jeden Menschen ein großer Kulturschock! Denn 100 Jahre weiter bedeuten ja nicht nur neue Technologien und vielleicht neue Heilungschancen, sondern bis dahin auch neue/andere und vielleicht sogar geringere moralische Werte, wo kranke Menschen noch unerwünschter und minderwertiger wären, als das sie es heutzutage schon sind!

    Schon jetzt, zu den Hochzeiten der „Sozialen Medien“, begegnet uns ein derart großer moralischer Werteverfall, wo sich jeder nur noch um sich selbst kümmert und wo der Schein mehr wiegt als das Sein, da darf ich mir „1oo Jahre weiter“ gar nicht vorstellen! Bis dahin ist vielleicht etwas Großes / Schlimmes passiert, das die Menschheit wieder zusammen rücken lässt? Glauben tue ich allerdings etwas anderes…

    Dein persönliches Schicksal tut mir sehr leid, auch wenn ich Dich persönlich nicht kenne. Jede, derart gravierende Diagnose ist sehr einschneidend für das Leben und die Zukunft und das selbstverständlich viele Ängste und Sorgen frei, bei Dir und Deiner Frau! Ihr Rückzug ist vielleicht ein Schockhandlung, jeder Mensch geht anders damit um, offensiv oder defensiv.

    Dass sich Deine Frau, ausschließlich wegen der Diagnose, von Dir trennen will, daran mag ich nicht so recht glauben. Wenn man einen Menschen liebt, dann macht man alle Höhen, aber eben auch alle Tiefen mit ihm mit und ich spreche da aus Erfahrung.

    Nun sollte sich jeder von Euch nicht in eine andere Ecke verziehen, sondern ausgiebige Gespräche über die Gegenwart führen und Pläne für die NAHE Zukunft schmieden.

    Dass in 100 Jahren vielleicht DIE passende Therapie gefunden ist, das bringt Dich jetzt keinen Deut weiter. Begleitung, Hilfe und eine neuen Lebensplan braucht es JETZT!

    Ich wünsche Dir alles Gute & Liebe und ganz viel Kraft! LG, Petra

    Tipp für Dich: http://www.vdk.de/deutschland/

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  3. Ich verabschiede mich heute auch aus der Facebook-Freundesliste und von diesem Blog.
    Nicht nur wegen des Facebook-Postings „Ihr könnt mich alle mal“, sondern auch wegen der ganzen Art und Weise von Peter Appenroot.

    Seinen Blog und diese bornierten Facebook-Beiträge tue ich mir nicht mehr an.

    Anfangs dachte ich ja noch, dass all dieser geistige Dünnpfiff „Satire“ sei. Aber das Wort Satire entstammt dem lateinischen satira, das wiederum aus satura lanx hervorgeht und „mit Früchten gefüllte Schale“ bedeutet. Die „Beiträge“ des Herrn Appenroots sind jedoch ausschließlich mit vulgären Obszönitäten sowie Frauen- und menschenverachtendem „BLABLA“ gefüllt.

    So kam mir immer mehr der Verdacht, dass der Peter Appenroot lediglich -im Suff- sein stumpfsinniges Leben beschreibt. Darum tat er mir zwischendurch sogar leid und ich antwortete ihm einmal, mit gutgemeinten Ratschlägen, in seinem Blog. Aber auf einen Gedankenaustausch ist er gar nicht aus oder dazu ist er gar nicht in der Lage..

    Die VG Wort mag diesen geistigen Sprechdurchfall ja noch honorieren und der eine oder andere ist vielleicht auch noch so verrückt, das „Kochbuch“ käuflich zu erwerben, aber ich will von diesem Dreck nur noch befreit werden.

    Hoffentlich verträgt der Herr auch diese Worte?

    Er selber geht ja ganz und gar nicht zimperlich mit Menschen um!

    Mich persönlich widern Sie an, Herr Peter Appenroot. Bye!

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