Hartes Zeug

Das Rapsöl ist deswegen so gefährlich, weil da der Rauchpunkt schon bei 140 Grad liegt. Bei Olivenöl liegt er erst bei 180 Grad. Eine normal Herdplatte wird aber 300 Grad warm und in der Pfanne sind es dann immer noch 200, wenn man nicht aufpasst. Kochen geht, da kann man Öl mit reinkippen so viel man will, weil da verdampft das und dann wird es nicht giftig. Braten ist aber grundsätzlich gefährlich. Da ist der Rauchpunkt schnell erreicht und dann entsteht der giftige Stoff, ich habe seinen Namen vergessen. Ich wusste ihn vorhin schon mal, jetzt fällt er mir aber nicht mehr ein und ich habe keinen Bock nochmal ewig danach zu suchen. Ich hatte früher viel mehr Lust auf Fachinformationen und das alles, aber wenn alle um einen rum immer blöder werden, sehe ich auch nicht ein, mich selber ständig schlau zu machen. Und das dann am besten noch mit anderen zu teilen. Was habe ich denn davon? Ich merke das bei Facebook, da sind wirklich fast alle dumm. Und alle teilen dummes Zeug, auch die, die vielleicht gar nicht so richtig dumm sind. Wenn die mal was wissen, behalten sie es hunderpro für sich. Ich bin ja schon bereit zu teilen, aber inzwischen interessiert mich alles auch gar nicht mehr so genau. Warum auch?
Braten fand ich mal super, aber das mache ich kaum noch, ich mache auch keine Brotzeit mehr. Ich kann das ganze harte Zeug nicht mehr essen. Kaum beiße ich in eine Semmel (oder Brötchen oder Schrippe), ist das ganze Ding voll Blut. Und wenn ich sie aufgegessen habe, hängt mir der Gaumen in Fetzen. Das ist doch scheiße.
Brot mit Sekt und Bier und vielleicht noch so einem Dip, das fand ich früher mal super, aber ach, eigentlich auch egal, das kenne ich ja alles schon. Zur Zeit gibt es immer Brei. Also Haferflocken mit ein bisschen Wasser heißgemacht, dann ein bisschen Suppenpulver rein und zum Schluss noch ein Stück Margarine. Das Rezept habe ich noch nicht veröffentlicht, aber das kann ich mir, denke ich sparen, wenn man es hier gelesen hat, kann man es ja einfach nachkochen. Dann brauche ich auch kein Foto für den Blog machen.
Den Brei gab es früher immer, als kleines Kind. Das war eh die beste Zeit, als kleines Kind, als noch alles neu und interessant war. Als kleines Kind ist einfach automatisch alles okay, als Erwachsener braucht man dann Alkohol.

Warnung: Wichtig!!! Rapsöl

Rapsöl in Glasflasche, blühendes Rapsfeld
Rapsöl in Glasflasche, blühendes Rapsfeld

Falls ich irgendwo mal geschrieben habe, dass Ihr Rapsöl zum Braten nehmen könnt, macht das auf keinen Fall! Die Omega-3-Säuren werden beim Braten giftig! Da bilden sich Krebserreger! Alles schmeckt ganz normal, aber man sollte es auf keinen Fall essen! Bitte merken!!!

P.S.: Ich weiß nicht, warum da steht „Rapsöl in Glasflasche, blühendes Rapsfeld“. Voll scheiße, ich weiß nicht, wie das weggeht. Das hat es automatisch hinzugefügt. Das gehört nicht zu dem Bild. Das habe auch nicht ich geschrieben.

Andere Leute

Zu Leuten, die meine Frau kennt, gehen wir an Silvester auch nicht. Nur falls da Unklarheit bestanden haben sollte. Wir haben das ausdiskutiert.
„Du hast so einen scheiß Charakter“, wurde ich während der Diskussion beschuldigt, aber ich habe nur gesagt: „Wenigstens verhalte ich mich nicht wie jemand mit einem scheiß Charakter!“ Das hat sie eingesehen, dass das Sinn ergibt. Das hat sie kapiert. „Wenn einer hundert Mal am Tag darüber nachdenkt, einer alten Dame über die Straße zu helfen, es aber kein einziges Mal tut“, habe ich gesagt, „dann hat er vielleicht edle Gedanken, aber wem bringen die was?“ Darauf hat sie nicht dagegen geredet. Nicht dagegen geredet heißt i.d.R. einverstanden oder kapiert oder jedenfalls was für mich annehmbares. Ich also weiter: „Anderes Beispiel: Jemand überlegt sich hundert Tage, dass er seine Rezepte aufschreiben und mit anderen Leuten teilen könnte, weil das den Leuten eine Freude macht und die Gesellschaft bereichert, dann ist er aber jeden einzelnen Tag zu faul dafür und am hundertersten Tag auch noch. Und rate mal, was am hundertzweiten passiert? Nichts natürlich. Zu faul, nichts dahinter, hinter den guten, edlen Gedanken. Die haben also meinetwegen alle einen guten Charakter, aber wem bringt das was? Wenn sich einer denkt: Die alte Dame, das Biest, von mir aus soll sie vom Lastwagen überrollt werden! Und dann aber hingeht und ihr trotzdem über die Straße hilft, wer hat dann was davon? Die alte Dame! Und die Leute, die die gute Tat sehen! Weil sie vollbracht wurde! Die sind gerührt und gehen mit einem guten Gefühl nach Hause. Vielleicht machen sie es sogar mal nach, und dann gehen noch mehr Leute mit einem guten Gefühl nach Hause und machen ihrem Ehepartner deswegen vielleicht was schönes zum essen, und wer weiß, vielleicht gelingt dem ein oder anderen so ein tolles Essen, dass er sogar einen Blog aufmacht, mit dem Rezept, und dann noch einem und noch einem … und die Rezepte machen dann wieder den Leuten solche Freude, dass sie vielleicht für andere was Gutes tun. TUN! Verstehst du? Nicht darüber nachdenken und sich dann noch toll vorkommen, wegen dem guten Charakter. Guter Charakter, das ich nicht lache!“ So eine Ansprache wirkt natürlich, sogar bei meiner Frau. Logik kommt einfach an. Darum mache ich weiter: „Klar gibt es welche, die haben beides, edle Gedanken und edle Taten. Aber wie viele sind das? Und wie oft kommt das vor, dass das jemand bis zu seinem Tod durchzieht? Da bleibt am Ende fast keiner übrig, irgendwann mischen sich immer unedle Gedanken drunter. Und wenn es nur kurz ist. Und dann nochmal kurz. Das geht so schnell. Und dann auf einmal, wie ließe sich da noch von einem guten, also einem wirklich guten Charakter sprechen? Wenn erst mal so was und so was gedacht wurde. Sag mir das mal, sag es mir!“ Und darauf hat sie auch nichts gesagt, und damit war die Diskussion beendet. Silvester bleiben wir also zu Hause. Oder egal was wir machen. Jedenfalls nichts mit anderen Leuten.

Ein Freund

Die Krähen machen mich fertig. Langsam wird es kälter draußen, aber mir ist es trotzdem immer heiß, und die Krähen hören nicht auf zu schreien, und jeden zweiten Tag kommt von irgendwoher diese Affenmusik. Ich kann gar nicht genau sagen, von wo. Vielleicht von den Nachbarn, die sind eh so musikalisch. Zuerst klingt es immer als käme sie von weiter weg, aber dann schaue ich im Internet nach, ob es schon wieder irgendwo was zu feiern gibt und dann finde ich meistens nichts. Und außerdem wird es manchmal lauter und leiser oder mitten im Lied wird zum nächsten Lied geschaltet, das müssen Privatleute sein. So einen Scheiß gibt es dann bei öffentlichen Veranstaltungen auch wieder nicht, obwohl wer weiß. Die Leute merken oft gar nicht, wie scheiße sie herummurksen.

Zu Silvester gehen wir dieses Jahr nirgends hin. Da wo wir letztes Jahr waren eh nicht, und sonst aber auch nirgends. Von den meisten Leuten hört man eh nie wieder was.
Ich hatte genau einmal einen richtigen Freund.
Damals war ich gerade hergezogen und deshalb dachte ich, dass ich ja mal spazieren gehen kann. Um mir alles anzuschauen, und dann bin ich ein Café oder eine Kneipe gegangen und saß da ein bisschen rum und dann haben wir uns kennengelernt. Wir sind einfach so ins Gespräch gekommen. Die Unterhaltung war dann ganz cool, und deshalb haben wir gleich ziemlich viel getrunken und danach ist er sogar noch mit zu mir gekommen und wir haben noch was von der Tanke mitgenommen, und am nächsten Morgen zum Frühstück haben wir gleich wieder was getrunken. „Konterhalbe“, hat er gesagt, und das fand ich so lustig, auch weil es so gut gepasst hat und ich das zuvor noch nie gehört hatte. Wir haben das dann noch an zwei oder drei Wochenenden gemacht, einfach so getroffen. Ich bin auch mal zu ihm gekommen, und er hat gesagt: „Fühl dich wie zu Hause, das ist ganz normal.“ Also, dass ich mir alles nehmen darf, hat er gemeint, wenn ich Lust auf ein Bier habe oder auf ein Brot mit irgenwas drauf. Das war zuerst ungewohnt, aber ich habe mich von seiner lockeren Art anstecken lassen. Und dann war wirklich alles ganz normal. Ich habe mir einfach was aus der Küche geholt, wenn ich Bock hatte, und es war die ganze Zeit lustig. Ich habe einfach ein Messer aus der Schublade genommen und Senf aus dem Kühlschrank fürs Brot, und als ich den Senf zurückstellen wollte, kam er gerade vom Klo und meinte: „Lass doch einfach draußen stehen, ist doch scheißegal, so schnell wird Senf nicht schlecht, bloß weil er draußen steht, und wenn doch ist es auch scheißegal, prost!“ Und dann haben wir angestoßen, wir haben eh die ganze Zeit angestoßen, das war einfach immer wieder lustig. Ich weiß auch nicht wieso, war es einfach.
Und dann bin ich einmal zu ihm gekommen und er meinte, dass wir gleich noch wo hingehen, zu ein paar Kumpels von ihm, und da wäre ich am liebsten gleich wieder heimgegangen, aber das kann man ja auch nicht bringen. „Die sind auch alle cool“, höre ich ihn noch sagen. „Die sind locker, keine Sorge.“ Also sind wir eben hin. Und ich war recht still an dem Abend, weil die anderen so viel geredet haben, aber ich habe genauso mitgetrunken und auch angestoßen, es gab mehrere Kisten Bier, und der Gastgeber, also einer von diesen Kumpels, hat nie was gesagt, wenn ich mir eines genommen habe. Ein bisschen komisch angeschaut hat er mich, aber ich wusste nicht warum. Ich habe mir überlegt, dass er vielleicht neidisch ist, weil ich jetzt auch mit seinem Kumpel befreundet bin, aber dann dachte ich wieder, dass es vielleicht doch nicht stimmt.
Irgendwann habe ich dann Hunger bekommen und dann bin ich ganz normal aufgestanden, wie zuvor auch schon öfters, wenn ich aufs Klo musste, nur dass ich halt in die Küche gegangen bin, die gleich neben dem Klo war, und da habe ich mir einen Toast genommen und wollte gerade schauen, was es noch gibt, da stand der Typ plötzlich hinter mir. Total wütend, richtig schnaubend. Der hat sich angeschlichen und dann nur so gemeint: „Aha!“ Und dann hat er mich am Kragen gepackt und in den Raum mit den anderen gezerrt. Ich hatte immer noch die Scheibe Toast in der Hand. Ich habe plötzlich richtig gezittert. Und dann ruft er so, dass es alle hören, bestimmt fünf, sechs Leute: „Schaut euch den an!“ Und alle schauen mich an. „Geht einfach in die Küche und nimmt sich! Wie lange kennen wir uns jetzt? Weißt du überhaupt wie ich heiße? Was fällt dir ein in meine Küche zu gehen und dir einfach zu nehmen?“ Und dann wieder zu den anderen: „Glaubt ihr das? Für wen hält der sich?“
Zuerst war es still, dann hat mein Freund gesagt: „Komm schon, beruhige dich. Ist doch nicht so schlimm.“
Und dann der Gastgeber wieder: „Nicht so schlimm? Nicht so schlimm!!? Was ist das für ein Arschloch? Kommt in mein Haus, trinkt mein Bier, sagt nicht einmal danke, sagt eh nichts … was bildet der sich ein? Der Typ ist nicht mein Freund! Denkt er, er wäre mein Freund?“ Und zu mir, während er mich schüttelt: „Denkst du, du wärst mein Freund? Beklaut man seine Freunde!?“ Und dann wieder an alle: „Nimmt man sich einfach ohne zu fragen!? Macht man das!? Nein! Weil das ist klauen!! Geklaut wird nicht in meinem Haus!!!“ Und dann ließ er mich plötzlich los. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Dann hat er gesagt: „Setz dich.“ Und ich bin zu meinem alten Platz gegangen und habe mich hingesetzt. Ich hatte plötzlich überhaupt keinen Hunger und keinen Durst mehr und konnte mir gar nicht vorstellen, jemals wieder welchen zu haben. Die Runde war dann schnell wieder lauter. Ich habe an dem Abend noch ein, zwei Mal zum Gastgeber hingeschaut, aber dann nicht mehr, weil ich nicht riskieren wollte, dass sich unsere Blicke treffen.
Irgendwann ist mein Freund eingepennt, aber dann hat ihn zum Glück jemand aufgeweckt und wir sind gegangen. Unten vorm Haus haben wir uns dann verabschiedet. Es war nur ein Mietshaus mit mehreren Wohnungen, der Gastgeber hatte auch nur so eine Wohnung. Es war gar nicht sein Haus, nur seine Wohnung. Und der Freund meinte dann: „Mach dir nichts draus.“ Und dann ist jeder zu sich nach Hause gegangen. Er hat dann noch zwei, drei Mal angerufen, aber da bin ich nicht rangegangen. Danach habe ich nichts mehr von ihm gehört. Nie wieder. Er hat dann auch nicht nochmal angerufen. Er hat es einfach sein lassen. Und das war es dann mit der Freundschaft. So schnell kann das gehen.
Manchmal denke ich, was gewesen wäre, wenn wir an dem Abend nicht zu seinen Kumpels gegangen wären. Oder wenn wir die einzigen Kumpels gewesen wären und sonst beide keine gehabt hätten. Vielleicht wären wir dann immer noch gemeinsam unterwegs. Aber so ist es halt nicht und seitdem kann ich auf so was auch genauso gut verzichten.

Alles ist immer irgendwie

Und zwar anders als man denkt. Das nervt brutal. Erdbeeren sind kein Obst, sondern Nüsse oder Rosen oder irgendwas. Dafür sind Tomaten kein Gemüse, sondern Obst. Und Kaninchen sind keine Nager, sondern irgendwas anderes. Keine Ahnung, was. Aber Nager jedenfalls nicht, obwohl die nicht viel anderes machen als irgendwas zu zernagen. Ich weiß das. Meine Frau (damals Freundin) hatte nämlich mal eines. Aber egal. Eigentlich wollte ich bloß schreiben, dass bereits drei Paranüsse den Selen-Bedarf für einen kompletten Tag decken. Selen ist ein Metall. Genau wie Calcium oder Eisen. Die meisten von Euch haben wahrscheinlich gedacht, das sagt man nur so, dass der Mensch „Eisen“ braucht, und damit ist in Wirklichkeit nicht Metall gemeint, aber damit ist echtes Metall gemeint. Ich weiß, das ist zum verrückt werden. Und Ihr fragt Euch jetzt: Wer soll sich das alles merken? Und wisst Ihr was, ich sag’s Euch: NIEMAND. Scheiß drauf. Niemand braucht sich den Scheiß merken, bloß weil das irgendwelche Klugscheißer mal so festgelegt haben. Wenn es erst mal niemand mehr weiß, ist es genau so, wie jeder denkt.

Apropos „niemand“. Wenn man wirklich Gleichberechtigung will, schreibt man „niemensch“. Eigentlich müsste es sogar heißen: „Wenn mensch wirklich Gleichberechtigung will, schreibt mensch „niemensch“. Ich mache das künftig manchmal, aber nicht immer, weil ich da einfach nicht immer dran denken kann. Ich habe das auch erst gestern erfahren und will es jetzt nicht überall ausbessern. Aber ich finde das gut, wenn man das schreibt. Frauen sind von Natur aus schon bei so vielen Sachen im Nachteil, da kann man ruhig ein bisschen aufpassen, wenn es darum geht, was aufzuschreiben, was dann dasteht. Wobei nur im Buch was endgültig dasteht, im Internet kann man es eigentlich ändern. Aber wie gesagt, das ist mir jetzt zu stressig. Männer haben es auch nicht nur leicht. Am besten wäre es wahrscheinlich was dazwischen zu sein. Aber so was ist total selten.

Unfair, aber wahr

Es gibt noch mehr so Leute. Kurz vor Ladenschluss kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Diese Wichser. Diese Arschlöcher.
Ich habe einen gesehen, der hat zwei Biere gekauft und zu den zwei Bieren drei (drei!) von diesen 4er Päckchen Boonekamp oder wie die Billigversion davon heißt. Das sind 4 x 20 ml, und davon hat er drei gekauft. So als würde er sich da nur alle heilige Zeiten mal eines davon gönnen. Ich kann Euch genau sagen, wie der tickt. Der kauft sich zwei Biere, weil er denkt, „zwei Biere, das ist doch nichts, man kann doch am Abend zwei Biere trinken, ohne dass man sich dabei was denken muss“. Und dann denkt er: „Von diesen Schnäpsen trinke ich vielleicht noch einen hinterher, wenn überhaupt, wahrscheinlich gar keinen, aber mal schauen, was man hat, hat man.“ Und dann trinkt er die zwei Biere und säuft danach alle zwölf von diesen blöden Fläschschen. So über die Nacht verteilt. Immer nur eines und dann noch eines. Und am nächsten Tag steht er wieder kurz vor Ladenschluss mit zwei oder drei Bieren an der Kasse und auf jeden Fall wieder mit drei von diesen beschissenen 4er Päckchen. Nie würde er sich einfach eine große Flasche kaufen, weil wenn die am nächsten Tag dann leer wäre, gäbe es nichts daran zu rütteln, dann hätte er eine Flasche Schnaps einfach so weggesoffen, und eine Flasche Schnaps das ist kein Pappenstiel. Eine Flasche Schnaps ist eine Flasche Schnaps. Und wenn er immer diese unübersichtlichen blöden keinen Dinger säuft, kann er sich immer so vorkommen, als würde er nur ab und zu ein Genießerschlückchen nehmen. Dabei weiß er es eigentlich, was für eine dumme Sau er ist. Und dass die kleinen Fläschchen die absolute Oberscheiße sind und dass er sich damit gehörig in die Tasche lügt. Das weiß er alles, weil er schon dumm ist, aber so saudumm auch wieder nicht, so dumm ist nämlich fast niemand, dass er es nicht mehr merkt, wenn er sich selber verarscht. Das ist aber auch Gewöhnungssache. Der eine schämt sich für egal was fast gar nicht, der andere ewig lang. Das erste Mal Ins-Bett-pissen als Erwachsener vergisst keiner, das lässt keinen kalt. Aber wenn es zehnmal passiert ist, höre ich auf zu zählen. Dann ist es immer noch scheiße, klar. Aber was soll man manchen. Ich will nicht klingen, wie einer, der so was verurteilt. Wer sich ins Bett pisst, pisst sich halt ins Bett. Ich bin mir sicher, dass sich der Typ mit den kleinen Fläschchen auch ins Bett pisst. Manchmal zumindest. Ich finde es nur peinlich, dass er immer diese kleinen Fläschchen kauft, diese 4er Päckchen, und dann gleich drei. Ich habe ja schon hingeschrieben, warum. Ich habe den Typ früher oft gesehen. Inzwischen kaum noch. Zum Glück, Mann.

Die Texte im Internet müssen übrigens eine bestimmte Länge haben, damit die „Verwertungsgesellschaft Wort“ zahlt. Das ist eine Regel, damit nicht die ganzen Twitter-Arschlöcher auch ankommen können. Das ist auch gut so. Im Internet geht so viel Scheiß ab inzwischen. Auf Facebook, wenn der Rechner hängt, dann sieht man das, also wenn die Fotos erst noch geladen werden müssen, dann sieht man, wie die Bilder benannt sind. Das sind aber nicht die Originalnamen, weil die Fotos heißen immer gleich: „1 Person, Nacht“ oder „2 Personen, Inneneinrichtung“ und so weiter. Da hockt einer und benennt die ganzen Fotos um. Was ist das für ein Job? Das muss man sich mal vorstellen. Da werden jeden Tag tausende Bilder hochgeladen und einer schaut sich den ganzen Scheiß an und benennt die dann um. Ich denke nicht, dass das automatisch geht. Und einer reicht da wahrscheinlich gar nicht. Krass. Krasser Scheiß.

Ich finde es außerdem nicht gut, wenn sich meine Frau mit anderen Männern vermischt. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie nur heirate, wenn sie nie fremdgeht. Daran hält sie sich auch. Aber ich finde, da gibt es noch mehr Sachen. Ich habe zum Beispiel rausgefunden, dass sie da bei ihrem Job gemischte Toiletten haben. Sie hat mir das mal nebenbei gesagt, aber ich habe lange darüber nachgedacht. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich nicht will, dass sie diese Toiletten benutzt. Sie hat aber gesagt, dass es nicht anders geht. Und dann habe ich zu ihr gesagt, dass sie wenigstens Papier auf die Klobrille legen soll. Und dass sie nicht so heftig reinpissen soll, dass was aus dem Klo zurückspritzt. Ich will das nicht. Dann hat sie die Pisse von anderen Männern an sich. Oder noch Schlimmeres. Wie soll ich das ertragen? Ich will das nicht ertragen.
Ich habe mir auch mal vorgestellt, wie es wäre, wenn sie es mit einem anderen treibt. Das wäre richtig übel. Das Sperma bekommt man da fast nicht mehr raus. Das Gröbste schon, aber auch ganz viel nicht. Viele Spermien leben da noch Wochen oder Monate später, aber auch wenn sie schon gestorben sind, sind sie immer noch da. Und wenn man dann da leckt, ist immer ein bisschen was davon dabei. Es gibt zwar die Monatsblutung, die das angeblich komplett reinigt, aber dass davon wirklich alles mit rausgeht, das glaube ich auch wieder nicht.
Ich habe da am Anfang immer viel rumgeleckt, nicht nur am Arsch. Das ist mir alles auch erst später eingefallen. Da war es dann schon zu spät. Aber jetzt will ich so was von meiner Frau fernhalten. Auch wenn momentan nicht so viel läuft. Das kann ja nicht schaden, auch für später nicht. Dann ist wenigstens später alles schön sauber. Oder so sauber wie es halt geht.
Als Mann kann man sich einfach schnell duschen, da ist das nicht so schlimm. Von daher ist das auch unfair, aber vieles ist unfair.